Bilingualität
KONZEPT
Seit dem Schuljahr 1990/91 bietet die Hermann-Voss-Realschule den bilingualen Zweig an, der durch Intensivierung und Erweiterung des Englischunterrichts die Sprachfähigkeit der Schülerinnen und Schüler auf hohem Niveau fordert. Nach einer sechsjährigen Probezeit, in der eine intensive Fortbildung der Kolleginnen stattfand, wurde der bilinguale Zweig 1997 sowohl von der Lehrer- als auch von der Schulkonferenz abgesegnet und als fester, von allen getragener Teil des Schulprogramms aufgenommen.
WARUM BILINGUALER UNTERRICHT?
Schon in den achtziger Jahren wurden Stimmen laut, dass der Sprachunterricht an deutschen Schulen unsere SchülerInnen nicht ausreichend auf die Anforderungen der Wirtschaft vorbereite. Als Exportland brauchte Deutschland Arbeitskräfte, die nicht nur Grammatik und Wortschatz beherrschten sondern die sich in allen möglichen geschäftlichen Gesprächssituationen, von Verkaufsgesprächen, Verhandlungen bis zu Auftragsabwicklungen sich selbstbewusst und verständlich in Englisch ausdrücken konnten. Diese Kommunikationsfähigkeit ist gerade das zentrale Ziel des bilingualen Unterrichts, der als Folge der zusammenwachsenden europäischen Länder 1991 in Nordrheinwestfalen eingeführt wurde. Die Hermann-Voss-Realschule, mit ihren langjährigen Kontakten zu Schulen sowohl in England als auch in den USA, sah das Pilotprojekt „Bilinguale Schule“ als weitere Möglichkeit, ihr Englischangebot auszuweiten und wurde 1991 eine der ersten Realschulen in NRW, die einen bilingualen Zweig anboten. Die damalige Europäisierung wurde in den letzten Jahren durch eine rapide Globalisierung erweitert und damit ist die kommunikative Fähigkeit in der Weltsprache Englisch umso wichtiger geworden. Heutzutage hat die Rechtfertigung des verstärkten Sprachunterrichts nicht nur wirtschaftliche Aspekte. Fest verankert in den neuen Kernplänen ist der Schwerpunkt der Förderung von interkultureller Kompetenz, die auch ein besonderes Ziel des bilingualen Unterrichts ist. Schließlich passt der bilinguale Zweig sehr gut in unser Gesamtkonzept des Förderns von begabten Schülerinnen und Schülern. Im bilingualen Unterricht werden sprachbegabte Schülerinnen im Rahmen der Begabtenforderung besonders gefördert.
ZIELE DES BILINGUALEN UNTERRICHTS
Das wichtigste Ziel des bilingualen Zweiges ist die Erweiterung der sprachlichen Kompetenz, der Kommunikationsfähigkeit und des fachspezifischen Wortschatzes zu einer annähernden Zweisprachigkeit. Die SchülerInnen sollen in der Lage sein, Inhalte aus Lernbereichen wie Politik, Kultur und Wirtschaft zu verstehen und wiederzugeben und sich ohne Hemmungen in möglichst vielen Situationen in der Fremdsprache zu verständigen. Infolgedessen steht die Fremdsprache nicht im Vordergrund, sondern die Inhalte der verschiedenen Fächer. Die Zielsprache dient als Arbeitssprache und Transportmittel dieser Inhalte. Hierzu gibt es zusätzliche Unterrichtsstunden in den 5. und 6. Klassen, sowie der Sachunterricht in den Fächern Erdkunde ab 7. Klasse und Geschichte ab 8. Klasse, die vorwiegend auf Englisch erteilt werden.
DIE MERKMALE DES BILINGUALEN UNTERRICHTS
Der bilinguale Unterricht an der Hermann-Voss-Realschule hat folgende Merkmale, die ihn vom üblichen Englischunterricht in den Regelklassen unterscheiden:
a) Stundenplan
Die Anzahl der Englischstunden in Klasse 5 und 6 wird um zwei Stunden auf sechs Stunden pro Woche erhöht. Ab Klasse 7 werden wie in allen Klassen vier Wochenstunden Englisch erteilt. Ab Klasse 7 wird Erdkunde und ab Klasse 8 Geschichte in Englisch unterrichtet. Am Anfang der 7. Klasse wird eine einwöchige Klassenfahrt nach England durchgeführt, um den SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, das Erlernte zu erproben.
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b) Der Unterricht
Um die nötige Sicherheit in der Fremdsprache zu erreichen, wird öfters in der Klasse 5 und 6 mit kommunikativen Rollenspielen gearbeitet. Spielerische und handlungsorientierte Methoden werden besonders häufig eingesetzt. Der Wortschatz in den für die normalen Klassen vorgesehenen Themen wird stark erweitert und ein einsprachiger Unterricht durchgeführt. Im Vordergrund steht immer die Anwendung der Sprache. Hierzu werden die zusätzlichen Stunden in den Klassen 5 und 6 gebraucht, da die SchülerInnen in diesem Alter sehr offen für eine Fremdsprache sind.
Elemente von CLIL (Content and Language Integrated Learning) werden im normalen Englischunterricht wie auch im Sachunterricht berücksichtigt. (Z.B. bei den Themen Water und Castles)
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c) Eine Klassenfahrt nach England mit Besuch unserer Partnerschule in Reepham findet im siebten Schuljahr statt und ist ein fester und wichtiger Bestandteil des bilingualen Unterrichts.
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d) Die bilingualen SchülerInnen haben in der ComeniusAG sowie in der Cambridge AG weitere Möglichkeiten, ihr Englisch zu optimieren.
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WER KANN TEILNEHMEN?
Der bilinguale Zweig ist für SchülerInnen geeignet, die ein Interesse an Sprachen haben und in der Grundschule gewisse Fähigkeit zeigten, gute Noten in Deutsch und im Sachunterricht haben und bereit sind, sich eine zusätzliche Anstrengung auszusetzen. Ihre Leistungen im Fach Englisch an der Grundschule finden ebenfalls Berücksichtigung. Eine intensive Beratung zur Feststellung der Eignung eines Kindes für den bilingualen Zweig findet in der Regel vor der Anmeldung statt. Es besteht auch am Tag der offenen Tür die Möglichkeit den bilingualen Unterricht der 5 und 6. Klassen live zu erleben. Sollte sich herausstellen, dass bei einer Schülerin oder einem Schüler unerwartete Lernschwierigkeiten auftreten, kann sie oder er in eine Parallelklasse versetzt werden, da das gleiche Lehrwerk in allen Klassen benutzt wird.
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WAS IST FÜR UNSERE SCHULE WICHTIG?
Schulprofil
Der bilinguale Zweig gibt unserer Schule ein erweitertes Profil in der Öffentlichkeit, sowohl bei den Arbeitgebern, bei den weiterführenden Schulen, bei Eltern von Grundschulschülern, die oft ihre Kinder gerade wegen des bilingualen Zweigs an unserer Realschule anmelden. Wir sind besonders stolz, dass wir auch überregional als erfolgreiche bilinguale Schule bekannt sind und immer wieder um Beratung gebeten werden.
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Auswirkung auf den Englischunterricht in nicht bilingualen Klassen.
Fast alle Englisch-KollegInnen haben Erfahrung im bilingualen Zweig. Das dort entwickelte Material sowie die angewandten Methoden werden weitgehend in die Regelklassen übertragen, die entsprechend davon profitieren.
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Ergebnisse
Die besonders guten Ergebnisse der bilingualen Klassen in den externen Prüfungen (LSE und ZP10) sowie die positiven Rückmeldungen der EnglischkollegInnen der weiterführenden Schulen (Gymnasium, Gesamtschule und Höhere Handelschule) und auch der Arbeitgeber in unserer Hansestadt bestätigen uns die Wichtigkeit des bilingualen Zweiges in Hinblick auf Berufschancen und Erfolg in Englisch auf einem höheren Niveau.
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QUALITÄTSICHERUNG IM BILINGUALEN ZWEIG
Das was erreicht wurde, muss gepflegt, ständig bearbeitet und entweder beibehalten oder weiter entwickelt werden. In diesem ständigen Prozess ist es uns wichtig, folgende Eckpunkte eines bilingualen Zweigs beizubehalten:
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a) Stundenzahl
Ausreichende EnglischkollegInnen müssen an der Schule eingesetzt sein, damit die wichtigen Zusatzstunden in den 5 und 6 Klassen gewährleistet werden können.
Bei Neueinstellungen müssen wir darauf achten, dass wir für die bilingualen Fächer Geschichte und Erdkunde ausreichend KollegInnen auch längerfristig haben.
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b) Aufnahmeverfahren
Wir müssen, die individuelle Beratung bei der Anmeldung beibehalten, damit ausschließlich geeignete Schülerinnen und Schüler in die Klasse aufgenommen werden.
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c) Profil/ Werbung
Angesichts der Konkurrenz der beiden Gymnasien in Wipperfürth müssen wir sicher sein, dass unser bilingualer Zweig nicht nur bekannt sondern auch attraktiv in der Öffentlichkeit bleibt. Hierzu gehört Werbung in den Grundschulen, Bekanntgabe durch die Zeitung von allen Sprachprojekten in der Schule, wie von Prüfungsergebnissen, Aufführungen, Fahrten in den englischsprachigen Raum, Teilnahme an Wettbewerben, Begegnungen mit ausländischen Gästen. Hierzu gehört eine informative und attraktive Darstellung des bilingualen Zweigs auf unserer Homepage
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d) Evaluation
Wir sind bemüht, die Erfolge des bilingualen Zweigs sowohl zu überprüfen als auch zu optimieren. Das geschieht:
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in den Fachkonferenzen Englisch
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in informellen Treffen zwischen den Sachfachlehrerinnen und Lehrern (Erdkunde/Geschichte) und den Englischkolleginnen
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Ergebnisse und Nachbesprechungen der externen Prüfungen (LSE/ZP10)
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FAZIT
Unser bilingualer Zweig, der mittlerweile von allen KollegInnen mitgetragen und positiv beurteilt wird, ist ein wichtiger Werbeträger für unsere Schule geworden. Unsere Aufgabe ist es, innovativ und kreativ an seinem Inhalt zu arbeiten und zu sichern, dass die SchülerInnen in den bilingualen Klassen weiterhin hohe sprachliche Leistungen erzielen und das Profil des bilingualen Zweiges an unserer Schule seinen hohen Stellenwert in allen Bereichen der Öffentlichkeit beibehält.
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