Schülerbücherei
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Seit mittels der Pisastudie erschreckende Ergebnisse über die Lesekompetenz 15 - jähriger Schüler deutlich wurden, gehört auch eine gute Leseförderung für unsere Schüler und die Ausbildung von Lesekompetenz zu den wichtigsten Aufgaben unserer Schule. Während der Bereich Lesekompetenz im Unterricht der einzelnen Fächer zum Tragen kommt, haben wir uns mit unserer Schülerbücherei folgende Ziele gesetzt:
Im Vordergrund steht – da sich unsere Bücherei noch in den Anfängen befindet und wir Schwerpunkte setzen mussten – den Schülern Bücher erst einmal näherzubringen, ihnen eine positive Einstellung zum Lesen von Büchern zu vermitteln und ihre Freude am Lesen zu fördern, so wie eine Entwicklung und Stabilisierung ihrer Lesegewohnheiten zu erreichen.
Warum dies so wichtig ist, lässt sich kurz erklären: Lesen gilt als kulturelle Grundkompetenz, als Schlüsselqualifikation für das Lernen in der Schule und später im Beruf, es ist wichtig für Weiterbildung und für jegliche Informationsbeschaffung.
Unsere heutigen Schüler haben zum Lesen immer weniger Lust. Zunächst einmal sind Bücher in vielen Familien „Fremdkörper“, wie wir bei der Befragung unserer Schüler feststellen konnten. Oft sind beide Eltern berufstätig und haben nach der Arbeit selber keine Motivation oder Zeit, ein Buch zu lesen oder ihren kleineren Kindern Geschichten und Bücher vorzulesen. Dadurch fehlt es den Kindern an Vorbildern und Vertrautheit mit Büchern.
Natürlich spielt auch unsere Mediengesellschaft eine große Rolle: Es ist viel bequemer, sich vor dem Fernseher sitzend berieseln zu lassen oder Informationen aufzunehmen oder ein Computerspiel zu spielen. Sich auf ein Buch einzulassen und sich zum Lesen Zeit zu nehmen, ist für einen Großteil unserer Schüler „Zeitverschwendung“ (Zitat aus Schülermund).
Unsere ehemalige Schülerbücherei zeichnete sich dadurch aus, dass sie zunehmend von weniger Schülern in den Pausen aufgesucht wurde und es auch nur wenig interessierte Schüler gab, die regelmäßig Bücher ausliehen. Ein wesentlicher Grund (neben den oben genannten) dafür war, dass unsere Bücherei sowohl von der Räumlichkeit als auch vom Inventar her hoffnungslos veraltet war und dies nicht gerade zur Motivation der Schüler beitrug.
Dass wir im Rahmen von Umbaumaßnahmen in einen neuen, sehr ansprechenden Raum umziehen konnten, löste eins unserer Probleme, aber um die Schüler anzusprechen, reichte dies aber nicht aus.
Zunächst gründeten wir mit 3 Lehrern ein Büchereiteam, um eine Neugestaltung der Bücherei in Angriff zu nehmen. Zu unserem großen Glück konnten wir eine Buchhändlerin unseres Ortes dafür gewinnen, in unser Projekt einzusteigen, uns zu unterstützen und neue Ideen beizutragen. Zur weiteren Unterstützung kamen noch 2 Mütter von Schülern unserer Schule hinzu und natürlich auch einige interessierte Schüler/innen.
In einer Großaktion wurde erst einmal ausgemistet: Alle veralteten und wenig motivierenden Bücher wurden entsorgt. Nun mussten neue Bücher her und natürlich finanzielle Mittel erschlossen werden. Hierbei unterstützte uns der Förderverein großzügig. Er stellte uns auch Mittel zur Verfügung, um einen Computer und entsprechende Software für eine moderne, schnellere und übersichtlichere Ausleihe
anzuschaffen. Unser bisher übliches Karteikartensystem war viel zu umständlich.
Im Dezember vorletzten Jahres organisierten wir im Rahmen des Tages der offenen Tür eine Büchertauschbörse. Jeder Schüler sollte zu diesem Anlass im Vorfeld ein eigenes Buch spenden, dass er selber für gut befunden hatte. Aus diesem großen Pool an Büchern wählten wir vom Büchereiteam die Bücher aus, die wir für unsere Bücherei nutzen konnten, um sie so allen Schülern zur Verfügung zu stellen. Die übrigen Bücher konnten dann am Tag der offenen Tür von den Schülern zum Preis von €1 pro Buch erworben werden. Das so erwirtschaftete Geld investierten wir zum Teil in neues Mobiliar für die Bücherei, um sie auch von der Atmosphäre her einladender für unsere Schüler zu gestalten.
Ein Bücherflohmarkt, den wir im Mai letzten Jahres mit Hilfe der Buchhandlung an einem verkaufsoffenen Wochenende mit Lehrern, Schülern und Eltern organisiert hatten, stockte unsere finanziellen Mittel erheblich auf. Zudem unterstützte uns auch der Förderverein, indem er von den Eltern gespendete Kuchen und Kaffee verkaufte und uns die Einnahmen zur Verfügung stellte.
Ziel dieser Aktion war es für uns, gezielt Bücherwünsche unserer Schüler zu erfüllen. Mit Hilfe eines von Schülern für Schüler erstellten Fragebogens ermittelten wir am Tag unserer Neueröffnung der Bücherei, welche Bücher von den Schülern bevorzugt wurden und konnten so bei Neuanschaffungen viele Wünsche berücksichtigen.
Durch Projekte im Kunstunterricht - wie zum Beispiel eine Szene aus einem ausgewählten Lieblingsbuch in einem Schuhkarton „ auf die Bühne zu stellen“ oder sie in Form einer Zeichnung aus einem Buch „herausspringen“ zu lassen – wurde eine Anzahl von Schülern dazu veranlasst, sich in der Bücherei umzuschauen und ein Buch auszuleihen: Für viele war es nach eigener Auskunft das erste Mal, dass sie sich mit einem Buch auseinandersetzten. Die Kunstwerke wurden in der Bücherei ausgestellt und zogen somit einen großen Teil der Schüler an, die Bücherei aufzusuchen, um sich ihre eigenen Bilder anzuschauen oder sie ihren Freunden zu zeigen. Bei dieser Gelegenheit wurde der eine oder andere dazu verleitet, sich ein neues Buch auszuleihen.
Auch Aktionen wie „Die 10 beliebtesten Bücher des Monats“ oder die Ausstellung eines neuen, besonders gewünschten Titels erregten Aufmerksamkeit und natürlich auch die große Anzahl neuer, attraktiver und spannender Bücher. Aber auch die Möglichkeit, täglich in der 2. großen Pause Bücher ausleihen zu können, sorgte dafür, dass die Anzahl interessierter Schüler und die Ausleihezahlen erheblich zugenommen haben, womit wir ein großes Ziel erreicht haben.
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Für die kommenden Monate haben wir noch viele weitere Pläne:
Ein großes Anliegen von uns ist es, zukünftig nicht nur Bücher zur Unterhaltung anzubieten, sondern auch einen literarischen Fundus von Büchern bereitzustellen, ebenso wie Nachschlagewerke und Bücher zu einzelnen Sachthemen, aus denen die Schüler auch Informationen für ihren Unterricht entnehmen können.
Weiter wäre es optimal, wenn wir auch eine Auswahl von Zeitschriften anbieten könnten. Da uns dazu noch die finanziellen Mittel fehlen, nutzen wir zur Zeit zum zweiten Mal das Angebot der Stiftung Lesen, die uns für einen Monat für 5 Klassen bis zu 30 verschiede Zeitschriften kostenlos zur Verfügung stellt. Zwei Zeitschriften werden nach Wunsch pro Klasse sogar im Klassensatz geliefert und können so im Unterricht verglichen werden.
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Einige weitere Projekte, die wir noch realisieren wollen, sind zum Beispiel
- Rätselaktionen zum Inhalt bestimmter Bücher,
- Buchvorstellungen von Schülern im Ausstellungskasten vor der Bücherei,
- Leseprojekte zum Welttag des Buches im Frühjahr und
- Wettbewerbe zum Schreiben von eigenen Geschichten und deren
- Vorstellung in Form von Vorlesenachmittagen.
- Vorstellbar wären auch organisierte Autorenlesungen oder
- das Gründen eines schuleigenen Buchclubs, um die Schüler zum Lesen zu motivieren.
Um den neuen Schülern der 5. Klassen unsere Bücherei näherzubringen, wollen wir ab dem neuen Schuljahr auch den Klassen- oder auch Deutschlehrern die Möglichkeit geben, die Bücherei in ihren Stunden mit den Schülern kennen zu lernen.
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